TWL und Stadtwerke Frankenthal versorgen JVA

23.08.2010

Fernwärmeleitung über Stadtgrenze von Ludwigshafen

Technische Werke Ludwigshafen (TWL) und Stadtwerke Frankenthal versorgen die Justizvollzugsanstalt (JVA) Frankenthal zukünftig gemeinsam mit Fernwärme. Zu diesem Zweck wird das Fernwärmenetz von Ludwigshafen durch eine 850 Meter lange Leitung über die Gemarkungsgrenze zur JVA Frankenthal ausgebaut. Die Versorgungs¬unternehmen investieren eine Million Euro.

Im Auftrag des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz (LBB) wird die JVA Frankenthal künftig gemeinsam von TWL und den Stadtwerken Frankenthal mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt. Bisher erfolgte die Gebäudebeheizung und Warmwasserbereitung in der JVA Frankenthal durch gas- und ölbetriebene Kessel.

Anschluss in der Pfingstweide
Mittels einer 850 Meter langen Fernwärme-Leitung wird die JVA Frankenthal an das TWL-Fernwärmenetz in der Pfingstweide angeschlossen. Die übertragene Leistung der Verbindungsleitung beträgt zunächst 2.000 kW, die jährlich benötigte Wärmemenge liegt bei ungefähr 3.400 MWh. Das entspricht dem Bedarf von 200 Einfamilienhäusern. „Die Investitionskosten belaufen sich auf eine Million Euro, wobei die Stadtwerke Frankenthal für etwa 800.000 Euro und TWL für 200.000 Euro aufkommen", sagt Dr. Hans-Heinrich Kleuker, Kaufmännischer Vorstand der TWL.

890 Tonnen CO2 weniger
Das Fernwärmenetz der TWL auf der Pfingstweide nutzt die Abwärme aus der Klärschlamm-Verbrennungsanlage der BASF. Auf diese Weise werden ein Großteil an Primärenergie zur Wärmeerzeugung und jährlich etwa 890 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. „Durch die bereits vorhandenen Anlagen der TWL im Heizwerk Pfingstweide, dem Wärmetauscher der BASF und die schon bestehende Fernwärmetrasse werden Parallel-Investitionen vermieden und die regional verfügbare Energie wird als Fernwärme genutzt", sagt Dr. Gerhard Weissmüller, Technischer Vorstand der TWL.


Win-Win für alle Partner
Die Fernwärmeversorgung der JVA bietet Vorteile für alle Beteiligten: TWL und die Stadtwerke Frankenthal stärken ihre regionale Marktpräsenz und tragen zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen in der Metropolregion Rhein-Neckar bei. Die Fernwärmelieferung erhöht die Versorgungssicherheit der JVA, unabhängig von Erdgas und Öl. Versorgungsredundanzen, die sich mit dem Wärmebezug aus der Klärschlammverbrennung und dem Heizwerk von TWL in der Pfingstweide ergeben, werden durch den Erhalt eines Kessels und der Möglichkeit des Anschlusses einer mobilen Heizzentrale weiter erhöht. „Uns freut die kommunale partnerschaftliche Kooperation besonders, da es sich hier um ein zukunftsweisendes Projekt handelt. Die regionalen Stärken der Projektpartner führen letztendlich für alle Beteiligten zu größerer Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit", so Dr. Gerhard Weissmüller.
 

 

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